Handchirurgie
Dupuytren`sche Kontraktur
Die Dupuytren`sche Kontraktur, eine fortschreitende Einziehung (Beugestellung) der Finger entsteht durch eine Schrumpfung der unter der Haut der Handinnen-fläche liegenden Bindegewebsplatte. Sie durchläuft mehrere Krankheitsstadien (siehe Abbildung). Zu Beginn bilden sich kleine Knoten und Stränge in der Handinnenfläche. Bei Fortschreiten der Erkrankung werden auch die in die Finger ziehenden Ausläufer der Bindegewebsplatte ergriffen.
Folgen der Krankheit
Die Einziehung der Finger mindert die Gebrauchsfähigkeit der Hand zunehmend.
Bestehen die Einziehungen längere Zeit (6 Monate und mehr), so kommt es zu Gelenkveränderungen, die auch durch eine Operation nicht immer und nicht in vollem Umfang rückgängig gemacht werden können. Es empfiehlt sich deshalb eine Operation bereits im Stadium 2 bis 3 (siehe Abbildung). Andere Behandlungsmaßnahmen führen nicht zu einem dauerhaften Erfolg.
Operative Verfahren
Ziel der Operation ist es, das veränderte Gewebe, soweit dies möglich ist, in der Handinnenfläche oder im Fingerbereich herauszulösen. Je nach Ausdehnung sind verschiedene Schnittführungen üblich (siehe Abbildung). In besonders ausgeprägten Fällen mit nahezu totaler Einsteifung der Mittel- und Endgelenke ist es nicht immer sinnvoll, unter allen Umständen eine Korrektur der betroffenen Finger erreichen zu wollen. Der Heilprozess ist hier kompliziert und langwierig, häufig mit nicht zufriedenstellendem Ergebnis. Unter Berücksichtigung aller Begleitumstände bietet sich hier eine Amputation des betroffenen Fingers unter kosmetischen und funktionellen Gesichtspunkten an. Das ist in solchen seltenen Fällen dann sinnvoll. Bei Wiederholungsoperationen müssen die durch Voroperation(en) geschaffenen Verhältnisse (z.B. Narben) berücksichtigt werden.
Die Operation erfolgt in Narkose oder örtlicher Betäubung.
Nach operativ erfolgter Korrektur der betroffenen Finger ist es nicht immer möglich, die Operationswunden mit der schlecht durchbluteten und teilweise verknorpelten Haut zu verschließen. Wir lassen dann solche Stellen einfach offen und erreichen somit eine zumeist komplikationslose Wundheilung. Wenn die Operationswunde komplett wieder verschlossen werden kann, legen wir ein Drain in die Wunde ein, damit die Bildung eines Blutergusses vermieden wird. Danach legen wir einen Kompressionsverband an. Eine Ruhigstellung im Gipsverband erfolgt bei uns zumeist nicht.
Karpaltunnelsyndrom
Die Beschwerden sind auf eine Nerveneinengung des Mittelnerven (Medianus) im Handgelenksbereich zurückzuführen. Die Einengung schädigt den Nerv insbesondere dort, wo dieser keine Ausweichmöglichkeit hat. Das trifft für den sogenannten "Karpaltunnel" zu. Die Folge können Verminderung des Tastsinnes, Gefühlstaubheit und Muskelschwäche sein. In den meisten Fällen schmerzt der betroffene Arm während der Nachtruhe. Auf längere Dauer kommt es zu Muskelschwund.
Konservative Maßnahmen führen zumeist nicht zum Erfolg. Deshalb raten wir zur Operation. Wenn zu lange abgewartet wird, muss mit einer Dauerschädigung des Nervs gerechnet werden.
Operationsverfahren endoskopisch
In örtlicher Betäubung des betroffenen Armes wird durch eine endoskopische Operation (minimalinvasives Operationsverfahren) ausschließlich das Halteband (Retinaculum flexorum), das den Nerv einengt, durchtrennt. Bei der endoskopischen Operationstechnik verfügen wir über eine Erfahrung von über 12.000 Operationen.
Operationsverfahren offen
Bei der "offenen" herkömmlichen Operation werden in örtlicher Betäubung zunächst die Haut und die darunter liegenden Weichteile bis hin zum Halteband (Retinaculum flexorum) geöffnet. Erst dann erfolgt die Durchtrennung des Haltebandes mit einem Skalpell.
Anästhesie
Die Operation erfolgt zumeist in einer sog. axillaren Plexusanästhesie, bei der das den betroffenen Arm versorgende Nervengeflecht von der Achselhöhle aus durch Injektion eines örtlichen Betäubungsmittels zeitweilig gelähmt wird. Dies führt zu einer über mehrere Stunden anhaltenden Schmerzfreiheit, aber auch zu einer ebenso lange anhaltenden Lähmung der Armmuskulatur. Der betäubte Arm kann willkürlich nicht bewegt werden. Die Patienten sollten daher niemals ohne Begleitung die Praxis verlassen und am besten mit einem PKW bzw. mit einem Taxi nach Hause gefahren werden. Falls es die Umstände erfordern, führen wir diesen Eingriff auch in Vollnarkose aus.
Nerveneinengungen (Ulnaris) am Ellenbogen bzw. an der Hand Sulkus ulnaris Syndrom Kompression des Ulnaris im Canal de Guyon
Die Beschwerden auf eine Nerveneinengung im Bereich des Ellenbogengelenkes bzw. der Hand zurückzuführen. Die Einengung schädigt den Nerv insbesondere dort, wo dieser keine Ausweichmöglichkeit hat. Das trifft für den Sulcus n. ulnaris (Knochenkanal am Ellenbogengelenk) und auch für den sogenannten Canal de Guyon (Knochenkanal an der Hand) zu. Die Folge können Verminderung des Tastsinnes, Gefühlstaubheit und Muskelschwäche sein. Manchmal schmerzt der betroffene Arm. Im Vordergrund stehen aber Gefühlsstörungen und eine gestörte Beweglichkeit der Finger. Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu Muskelschwund.
Eine Behandlung mit Medikamenten, Bädern, Bewegungsübungen und ähnlichen Maßnahmen verspricht hier keinen dauerhaften Erfolg. Deshalb raten wir zur Operation. Wenn mit Der Operation zu lange gewartet wird, muss mit einer Dauerschädigung des Nervs gerechnet werden.
Operationsverfahren
Das Prinzip der Operation bei einer Nerveneinengung im Bereich des Ellenbogens besteht einerseits in der Freilegung des Ulnaris in dessen knöchernem Kanal und andererseits zusätzlich in der Verlagerung des Nerven aus dem Knochenkanal heraus auf die Beugeseite des Ellenbogengelenkes. Jedenfalls werden bei beiden Operationsverfahren möglicherweise bestehende bindegewebige Einschränkungen des Nerven mit beseitigt. In den meisten Fällen führt bereits die Freilegung des Nerven ohne Verlagerung zu guten Erfolgen. Selten ist bei sehr engem oder deformiertem Knochenkanal oder auch bei sehr mobilem Nerven (sog. luxierender Ulnaris) die Verlagerung notwendig. Erst während der Operation kann entschieden werden, ob der Nerv lediglich freigelegt oder zusätzlich verlagert werden muß.
Bei der Operation einer Ulnaris-Kompression in der Hand wird der Nervenkanal aufgesucht. Danach werden einschnürende Bindegewebsveränderungen durchtrennt bzw. entfernt.
Die Operation erfolgt in Narkose oder örtlicher Betäubung.
Nachbehandlung
Von Anfang an sollten die Finger bewegt werden und die Hand nicht nach unten hängen gelassen werden. Die operierte Hand sollte die ersten Tage nach der Operation immer über dem Herzniveau gelagert werden. In der ersten Nacht nach der Operation empfielt sich das Auflegen eines Kühlakkus auf den Handrücken. Die Fäden werden etwa 6 - 8 Tage nach der Operation entfernt. Danach kann, soweit erforderlich, die Nachbehandlung mit Bewegungsübungen und / oder Kältebehandlung beginnen.
Erfolgsaussichten
Die Ergebnisse sind im Allgemeinen gut. Die Operation befreit meist schon nach kurzer Zeit von den lästigen Beschwerden. Die Störungen des Tastsinnes und der Muskelfähigkeit gehen allmählich zurück. Die Erholung des Nervs hängt von der Dauer und Schwere der Einengung vor der Operation ab.
Sehnenscheidenengen
Die Beschwerden beruhen auf einer Einengung (Stenose) im Bereich
- des Handgelenkes (Strecksehnenfächer) oder
- eines oder mehrerer Fingergrundgelenke (Beugesehnenscheiden).
Diese Erkrankungen können Folge einer chronischen Überbeanspruchung, einer stumpfen Gewalteinwirkung, eines Blutergusses oder Reizergusses (etwa bei Rheuma) sein.
Die Einengung im Bereich des 1. Strecksehnenfaches am Handgelenk führt zu einer schmerzhaften Bewegungseinschränkung des Daumens und zu einer sichtbaren, fast knochenharten Schwellung. Die Einengung der übrigen Sehnenfächer (2-6) schränkt die Bewegung eines oder mehrerer Finger ein (vgl. Abb.).
Bei Sehnenscheidenstenosen kann es zu einem Schnellen eines oder mehrerer Finger, vor allem morgens, kommen. Es kann auch eine völlige Bewegungsunfähigkeit in Streck- oder Beugestellung eintreten.
Da eine Behandlung mit Medikamenten oder physikalischen Maßnahmen (z.B. Bäder, Massagen) keinen dauerhaften Erfolg verspricht, raten wir zur Operation.
Ein längeres Zuwarten verlängert nur den Beschwerdezustand und kann, wenn nicht schon vorhanden, zur Einsteifung der Fingergelenke führen.
Operationsverfahren
Bei Stenosen im Bereich des Handgelenkes wird das verengte Sehnenfach in der gesamten Länge gespalten und die Sehne aus den Verwachsungen gelöst. Bei Stenosen im Bereich der Fingergrundgelenke (sog. "schnellende Finger") wird die Sehnenscheide in Höhe der Grundgelenke längs gespalten.
Der Eingriff wird in örtlicher Betäubung oder Allgemeinnarkose durchgeführt.
Meist genügt ein einfacher Verband.
Überbein (Ganglion)
Überbeine können an allen Gelenken auftreten, insbesondere an den Gliedmaßen. Am häufigsten sind sie an der Hand bzw. am Handgelenk. Das oft prallelastische bis knochenharte Ganglion verdrängt das Nachbargewebe. Die Beschwerden, die es verursacht, sind abhängig von seiner Größe und der Nähe zu Nerven, Gefäßen, Sehnen und Gelenken.Das Ganglion kann sich in seiner Größe verändern. Es kann auch zeitweise verschwinden und an einer anderen Stelle wieder auftreten.
Eine Behandlung mit Medikamenten bzw. andere konservative Maßnahmen versprechen zumeist keinen dauerhaften Erfolg. Deshalb raten wir zur Operation. Ein Zuwarten verlängert den Beschwerdezustand.
Operation
In örtlicher Betäubung (Regionalanästhesie) seltener in Allgemeinnarkose, wird das Ganglion vorsichtig vom umgebenden Gewebe abgetrennt und entfernt. Oft ist es erforderlich, nach dem Eingriff einen festen Verband (Gips, Schiene) anzulegen.












