Arterielle Durchblutungsstörungen

Im Wesentlichen entstehen arterielle Durchblutungsstörungen durch Gefäßverengungen im Rahmen der Arteriosklerose. Hierbei lagern sich Cholesterinkristalle, Fibrin, Kalk u.ä. an der Gefäßinnenwand der Schlagadern ab (sog. Plaque)und führen somit zu Einengungen und Verschlüssen, vorwiegend an bevorzugten, sog. "Prädilektionsstellen".

Sehr häufig sind dabei die Schlagadern des Beckens und der Beine betroffen, man spricht dann von der "peripheren arteriellen Verschlusskrankheit" (PAVK). In der Folge erhalten die abhängigen Körperabschnitte und Organe zu wenig sauerstoffreiches Blut. Das führt zunächst zu einem Sauerstoffmangel bei erhöhter Anforderung, also beim Laufen. Durch die auftretenden Wadenschmerzen müssen die Patienten stehen bleiben, bis diese nachlassen (sog. "Schaufensterkrankheit", Claudicatio intermittens). Bei fortschreitender Durchblutungsnot treten die Schmerzen dann bereits in Ruhe auf, im weiteren Verlauf kann es zu Gewebsuntergängen (Nekrosen) kommen. In diesen Stadien der Erkrankung ist eine Behandlung dringend erforderlich. Die Erkennung einer solchen PAVK erfolgt zunächst durch die klinische Untersuchung, das Tasten der Pulse, sowie eine Doppleruntersuchung ("Dopplerdruck-Messung"). Hiermit lassen sich Zustände erkennen, die dann einer weiteren Diagnostik (insbesondere einer Röntgendarstellung der Arterien, sog. "Angiografie", aber auch Computertomografie bzw. MRT) bedürfen, um daraus die notwendige Behandlung ableiten zu können.

Die Behandlung der PAVK beruht im Wesentlichen auf drei Säulen:

1.der konservativen Behandlung Hier spielen Medikamente, aber auch vor allem sog. "Gehtraining" und die Beseitigung von Risikofaktoren eine Rolle (Einstellen des Rauchens, Behandlung von Bluthochdruck, Diabetes usw.)

2.der sog. "interventionellen" Behandlung Hierbei werden durch den Radiologen Engstellen ("Stenosen") oder kurze Verschlüsse mit einem Katheter sondiert und durch Aufblasen eines Ballons aufgeweitet (sog. "Angioplastie"). Je nach Befund wird dann u.U. ein Metallgitter ("Stent") eingesetzt, der das Lumen des Gefäßes offenhält.

3.der operativen Behandlung Bestimmte Befunde erfordern die operative Korrektur, so z.B. durch eine Ausschälung des verschlossenen Gefäßes oder durch das Einsetzen einer Umleitung (sog. "Bypass") aus körpereigenem Material (Vene vom Bein) oder aus Kunststoff. Die Verfahren (Intervention und Operation) werden heute oft kombiniert eingesetzt, um die Belastung für die Patienten durch große Operationen zu vermindern.

 

Die Diagnostik und Behandlung der PAVK erfolgt im Wesentlichen unter stationären Bedingungen im Krankenhaus. Hier kooperieren wir mit dem St.-Georg-Klinikum, wo alle - insbesondere die interventionellen und chirurgischen Möglichkeiten - durch die Klinik für Gefäßchirurgie, zusammen mit der Röntgenpraxis Dr. Müller-Obliers, gegeben sind.

Nach Gefäßeingriffen an den Arterien sind regelmäßig Kontrollen der Durchblutung notwendig. Diese werden dann im Rahmen unserer Praxis in der genannten Weise vorgenommen (v.a. Messung des Dopplerdruckes).