Allgemeinchirurgie

Eingewachsener Zehennagel (Unguis incarnatus)

Eingewachsene Zehennägel entstehen meist durch

  • falsches Schneiden der Zehennägel
  • zu enge, spitze Schuhe
  • starke seitliche Krümmung der Nägel, insbesondere bei älteren Menschen.

 

Zunächst entwickelt sich eine sehr schmerzhafte Entzündung vorn seitlich. Deshalb versucht der Kranke meist, die Nagelecke abzuschneiden. Da sich der Nagel schon in den Nagelfalz eingebohrt hat(siehe Abbildung), bleibt nach dem Abschneiden der Nagelecke noch eine Spitze übrig, die nun wie ein Dorn wirkt. Dadurch verstärken sich Entzündungen und Schmerzen; die entstandene Wunde kann sich infizieren und eitern. In diesem Stadium kann versucht werden, durch Einschieben von Watte oder einer Plastikschiene zwischen Nagelkante und Nagelfalz den seitlichen Druck des Nagels aufzufangen. Erst wenn die seitliche Ecke des Nagels herausgewachsen ist, wird diese Plastikrinne wieder entfernt.

 

Das bloße Entfernen des Nagels verhindert nicht, dass er wieder einwächst, führt aber zunächst zu einem Rückgang der Entzündung. Brüchige Nägel werden durch eine Entfernung nicht fester, gewölbte nicht glatter und hässliche nicht schöner.

 

Häufig raten wir zur Operation, weil sich der Nagel bereits tief in das umgebende Gewebe eingespießt hat.

 

Operation

Die effektivste Operationsmethode stellt die Verschmälerung der Nagelwachstumszone dar. Hier werden der eingewachsene seitliche Nagelanteil, das entzündete Gewebe und der äußerste seitliche Anteil der Nagelwachstumszone entfernt. Das seitliche Nagelwachstum wird damit dauerhaft verschmälert. Der Nagel wächst schmaler nach, wodurch die Weichteile entlastet werden. An der Zehe verbleiben nur kaum sichtbare Narben. Es ist noch zu erwähnen, dass wir in die frische Wunde einen blutstillenden, manchmal auch einen antibiotikumhaltigen Schwamm einlegen. Diese "Schwämme" dienen der besseren Wundheilung, werden allmählich vom Körper aufgelöst und führen zu einer oft über ca. 1 bis 2 Wochen anhaltenden Flüssigkeitsabsonderung aus der Wunde. Dies ist normal.

 

Der Eingriff wird in örtlicher Betäubung (Leitungsanästhesie), seltener in Allgemeinnarkose durchgeführt.

Epikondylitis (Tennisarm)

Die Beschwerden sind häufig auf eine Überbelastung des Ansatzes der Streckmuskulatur am Außenknochen des Ellenbogengelenkes zurückzuführen (siehe auch unsere untenstehende Abbildung).

 

Diese Überbelastung kann bei Sport oder Beruf entstehen, aber auch auf Störungen in der Nervenversorgung beruhen.

 

In manchen Fällen versprechen konservative Maßnahmen, wie eine Behandlung mit Medikamenten, lokale Kortikoidinjektionen, spezielle Massagetechniken, Bandagen oder auch Röntgenbestrahlungen  keinen dauerhaften Erfolg. Wir raten dann zur Operation. Ein Zuwarten verlängert den Beschwerdezustand. 

 

Operation

Meistens in Allgemeinnarkose, wird die Streckmuskulatur vom Knochen am Ellenbogengelenk abgelöst und dadurch entspannt. Zusätzlich können der gesamte Bereich des Sehnenansatzes umschnitten und die zu diesem Gebiet ziehenden Nervenfasern durchtrennt werden, um die Schmerzen zu beseitigen. Die Funktion des Armes, insbesondere die Beweglichkeit des Ellenbogengelenkes, werden nicht bleibend beeinträchtigt.

 

Oft ist es erforderlich, in das Wundgebiet eine Saugdrainage einzulegen, mit deren Hilfe eindringendes Blut abgeleitet werden kann, um so die Entstehung eines Blutergusses zu verhindern.

Haut- und Weichteilgeschwülste der Körperoberflächen

Im Bereich der Haut und Unterhaut können sich mannigfaltige zumeist gutartige, aber auch manchmal bösartige Geschwülste bilden. Der Begriff Tumor sagt in diesem Zusammenhang nichts über die Dignität (gutartig oder bösartig) aus, sondern bedeutet einfach nur Anschwellung. Im Unterhautgewebe kommen am häufigsten  Fettknoten (Lipome) und sog. Grützbeutel (Atherome, Epithelzysten) vor. Im Hautniveau sind es  verschiedenste Veränderungen. Meistens handelt es sich hierbei um  gutartige Befunde. Im Zweifelsfall wird eine feingewebliche (histologische) Untersuchung die genaue Diagnose erbringen.

 

Abgesehen von ästhetischen bzw. kosmetischen Gesichtspunkten, können solche Geschwülste durch Größenzunahme und Druck auf die Umgebung Schäden am umliegenden Gewebe (z.B. Nerven, Gefäße, Knochen) und damit verbundene Schmerzen verursachen. Die Entfernung des Knotens macht sich deshalb häufig erforderlich.

 

Operation

Die Operation wird im Allgemeinen in örtlicher Betäubung durchgeführt. Der Bezirk wird mit einem Saum von gesundem Gewebe aus der Umgebung herausgeschnitten. Die Wundränder werden abschließend wieder vernäht.

Schleimbeutel / Schleimbeutelentzündungen

Ein Schleimbeutel (Bursa) ist ein spaltförmiger, flüssigkeitsgefüllter Hohlraum, der im Bereich des Bewegungsapparates an Stellen mit erhöhter Druckbelastung vorkommt. Eine Entzündung eines Schleimbeutels wird als Bursitis bezeichnet. Sie entsteht durch Verletzungen, Infektionen oder durch Dauerreizungen, vor allem am Ellbogen und Knie. Es können sich daraus Eiterungen entwickeln, die das benachbarte Gelenk und den Gesamtorganismus gefährden. Der Schleimbeutel kann sich in seiner Größe verändern, die äußeren Anzeichen der Entzündung (Schwellung, Rötung) können zeitweise verschwinden, ohne dass damit ihre Ursachen behoben sind. Ruhigstellung und eine medikamentöse Behandlung  sowie eine Punktion versprechen nicht immer ausreichenden Erfolg. Wir raten deshalb in solchen Fällen zur operativen Entfernung des Schleimbeutels.

 

Operation

Zumeist in Allgemeinnarkose wird der Schleimbeutel vorsichtig vom umgebenden Gewebe ausgeschält und entfernt. Oft ist es erforderlich, in das Wundgebiet eine Saugdrainage einzulegen, mit deren Hilfe eindringendes Blut abgeleitet werden kann, um so die Entstehung eines Blutergusses zu verhindern.